Lusitanos auf dem Gestüt 'La Perla' im Januar 2026
- Sabine Scharnberg

- 19. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Jan.
Von Pfannenwendern und kanadischen Holzarbeitern
(Wie immer mit ein paar Handybildern bestückt.)
Schon beim Kofferpacken stieg die Vorfreude auf das Gestüt "La Perla", das ungefähr 80 Auto-minuten nördlich von Madrid liegt. Fabienne und ich waren schon einige Male zu wärmeren Jahreszeiten dort, aber noch nie im Winter. Wir hofften so sehr auf Schnee, aber was uns wetter-technisch geschehen sollte, hätten wir uns im Leben nicht so vorgestellt.
Mit uns reisten leider nur 2 Teilnehmer. Andererseits machte das gar nichts, denn wir wären auch alleine gefahren. Zu groß war der fotografische Drang, plüschige Fohlenpopos und Hengste auf Weiden mit verschneiten Bergen zu fotografieren. Ute und Dorina waren tipptopp Reisebegleiter und wir Vier hatten großen Spaß.
Donnerstag Nachmittag fuhren wir von unserer gemütlichen Unterkunft hinaus zum Gestüt. Die geschniegelt geputzten Kameras liessen wir zu Hause, denn was da von oben als Wasser auf uns nieder prasselte, hätte ich als persönlichen Test an unsere hochmodischen Regenklamotten beschrieben. Innerlich war es eher eine meteorolische Identitätskrise, denn es sollte auch nicht besser werden, nur "wechselhaft".
Regen von vorne, Regen von der Seite, Regen von oben – selbst die Pferde schauten uns an, als wollten sie fragen, ob das hier wirklich der geplante Fototermin sei.
So planten wir mit Katrin, unserer Ansprechpartnerin vor Ort, die einzelnen Shootings, die dann
ab morgen hoffentlich doch stattfinden würden.
Am nächsten Tag standen wir natürlich bei Regen auf, der aber immerhin im Laufe des Tages laaaaangsam weniger wurde. Wir fotografierten, was das Zeug hielt und sahen dabei aus wie
eine tragische Mischung zwischen Seehund und nassem Waschlappen. So wärmten wir uns zwischendurch im Stübchen am Kamin (und trockneten auch das Kameraequipment mit Küchenpapier), nicht bedenkend, dass nasse Klamotten in Verbindung mit Kaminfeuer einen
netten Duft nach kanadischem Waldarbeiter annehmen. Am ersten Tag rochen wir - für unsere Nasen - noch einigermassen normal..... <räusper>.

Der Shootingtag ging mit einigen tollen Sessions um und gegen Abend war es dann komplett trocken (zumindest von oben). Auf der Stutenwiese machten wir einige Fotos, die schon fast
nach Frühling aussahen.

Ohne richtige Vorwarnung verwandelte sich die Idylle dann über Nacht in ein winterliches Endzeit-Szenario. Ein Schneesturm fegte über La Cuesta hinweg, als wären wir versehentlich in eine Dokumentation über extreme Wetterbedingungen geraten. Im Ort fiel der Strom aus. Der Schnee fiel nicht, er attackierte seitlich kommend. Wasserdichte Kleidung gab irgendwann weinend auf - WIR NICHT. Allerdings versagte bei einigen die Kameratechnik, wahrscheinlich auf Grund der Schneenässe. Fokussieren war auch nur noch in Ausnahmefällen möglich, es sei denn, man mag scharf gezeichnete Schneeflocken, aber das Motiv säuft irgendwo im Hintergrund ab.
Am späten Nachmittag hatten Dorina und Ute die Schnauze gestrichen voll und schlichen sich
in's warme Stübchen von dannen. Fabienne und ich liefen jedoch noch mal raus in die arktische Survival-Show und fotografierten auf der Stutenkoppel irgendwo zwischen Schneesturm und Existenzkrise die Pferde mit Eisfrisuren. Ob wir hier draussen sterben würden - für die Kunst?
Ach, Papperlapapp!! Am Ende krochen wir zurück, durchnässt, durchgefroren, aber stolz. Wir
hatten überlebt. Die Fotos? Hoffentlich episch. Die Geschichte? Sicherlich legendär. Die Wetter-App? Für immer unser Feind!

Wir bekamen an unserem letzten Tag für's Durchhalten noch das mega Geschenk in Form von Glitzer-Kälte, lila-blauen Himmel und einer so hübschen Landschaft, dass man sich kaum satt sehen konnte. Nichts wie los zum Gestüt. Ooooooh! Das Auto ist fast komplett zugefroren und
hat auch keinen Eiskratzer! Und so rettete ein zweckentfremdeter Pfannenwender und etwas heisses Wasser das letzte Shooting am Morgen bei strahlendem Sonnenschein!

Durch die immer wieder kehrenden Pausen vor dem Kamin rochen wir nun alle zusammen sehr streng nach „Eau de Kamin: 100 % Holz, 0 % Parfum.“
Beim unseren Rückflügen wurde dieser Duft in die Welt verteilt....
Es war super-mega-episch-toll und wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden und auch den Models!






Mehr als episch und unverhofft eine Reise mit Bildern und Erlebnissen, die wohl ein ganzes Leben lang in Erinnerung bleiben.
Ganz wundervoll ❤️ 🙏